Von der Interessengemeinschaft zur eigenen Firma

 
Die Orgakomp in Läufelfingen wurde 1999 gegründet. Sie war ein Geschäftszweig der ehemaligen Guido Marquis AG, der nach der Übernahme durch den Sohn zum Verkauf stand. Vier interessierte Bauern, welche die Kostbarkeit von Kompost kennen, gründeten die Interessengemeinschaft Orgakomp. Heute wird die Firma von drei Inhabern geführt: Christian Strub, Urs Eggimann und Lukas Hess. Nebst den eigenen Bauernbetrieben finden die Jungunternehmer ausreichend Zeit für die interessante und sinnvolle Aufgabe vom Kompostieren.
 
Damit der Betrieb in der Orgakomp reibungslos funktioniert hat jeder Teilhaber seinen Aufgabenbereich:
- Christian Strub erledigt die Administration,
- Lukas Hess sorgt dafür, dass die Fahrzeuge gewartet und gepflegt werden und
- Urs Eggimann ist verantwortlich für den Platz.
 
Jeder kennt das komplette System und in «stürmischen Zeiten» unterstützt jeder jeden. Anfangs wurde das Grüngut beim Bahnhofplatz deponiert, verarbeitet, kompostiert und für die Rückführung in den natürlichen Kreislauf bereitgestellt.
 
 
Am heutigen Standort, hinter den ehemaligen Gipsi- Gebäuden, steht so viel Platz zur Verfügung, dass vielmehr organische Abfälle verarbeitet werden und in der Folge in den neu errichteten Boxen ein stattliches Lager von verschiedenen Kompostmischungen lagert. In Kompostier-Kursen erlernten die Verantwortlichen der Orgakomp ihr Handwerk und in Wiederholungskursen werden neue Informationen aufgenommen und Erfahrungen ausgetauscht. Ein wichtiges Ziel hat die Orgakomp bereits erreicht: Kunden liefern verwertbare Rohstoffe an und decken sich im Gegenzug mit Fertigkompost, Rasenerde, Landerde oder Holzschnitzel ein.

 

Die Holzschnitzel, welche nicht aus eigener Verwertung gewonnen werden, sind nicht für die Verbrennung geeignet, sondern nur für Gartenwege, Böschungen und Abdeckungen im Garten bestimmt. Ferner sind sie ein wichtiger Bestandteil für ein Nischenprodukt: die Biofiltermischung. Nach firmeneigenem Rezept werden verschiedene Komponenten in der Mischtrommel vermengt, sodass die entstandene Komposition für den Betrieb von Luftfiltern eingesetzt werden kann. Neu wird für einen Produktionsbetrieb eine Rezeptur für eine Biogas-Anlage zusammengestellt.

 

 

Nebst dem Sammelplatz in Läufelfingen mietet die Orgakomp in Trimbach eine Sammelstelle. Das deponierte Material, meist aus privaten Haushalten, wird regelmässig abgeholt und auf dem Firmenareal in Läufelfingen verarbeitet. Alle angelieferten Abfälle werden aus Anlieferung und Abholungen von Privatkunden und Sammeltransporten verkleinert, geschreddert und gesiebt. Hölzer bis Ø 30 cm werden im firmeneigenen Häcksler zerkleinert – dickere Äste und Stämme, z.B. aus Bauland-Rodungen, werden in der zugemieteten Maschine verarbeitet. Fremdmaterial, nicht kompostierbarer Abfall, werden wo möglich von Hand aussortiert. Was versteckt zerhackt wird, bleibt beim aussieben oben auf und wird der Kehrrichtverbrennung zur Ent-/Endsorgung überlassen.

 

Flüssigkeit, die beim Verarbeiten der organischen Abfällen anfällt, fliesst in ein Absetzbecken, das von den zuständigen kantonalen Ämtern regelmässig kontrolliert wird. Beim Pflegen und Kontrollieren der Feldrandmieten, die drei bis vier Monate angehäuft sind und sechs- bis achtmal umgesetzt werden, wird mittels der angesammelten Flüssigkeit für die optimale Feuchtigkeit gesorgt, damit die Organismen aktiv bleiben. Ist der Kompost reif, verteilt Lukas Hess die wertvolle Landerde über das Feld. Der Bauer hat damit nichts zu tun, ausser den Feldrand zur Verfügung zu stellen.

 

Anfangs wurden den Geschäftskunden Patches abgegeben und die Privatkundschaft persönlich bedient – heute besitzen alle Patches und Codes, sodass Anmeldung, Waage und Registrierung elektronisch erfasst werden, als Grundlage zur Fakturierung. Für Auskünfte stehen die drei Inhaber zur Verfügung.